Vom 20. bis zum 22. Juli fanden in Mönchengladbach-Rheydt die Deutschen Jungend-Meisterschaften der U18 und der U20 statt.

Am Samstag den 21. Juli wurden im Grenzlandstadion die 800m Vorläufe der weiblichen Jugend U20 ausgetragen. Im ersten von zwei Läufen ging ich, Anna Lisa Hawlitschek, an den Start. Als 16. in einem Feld von 19 gemeldeten Teilnehmerinnen malte ich mir nur sehr geringe Chancen auf das Finale, das am folgenden Tag ausgetragen werden sollte, aus.

Tatsächlich traten dann 13 Läuferinnen zum Start an. Mit dem Beginn des Rennens musste ich schnell feststellen, dass bei nationalen Meisterschaften doch etwas mehr Durchsetzungsvermögen und Ellbogeneinsatz nötig sind als bei Landesmeisterschaften. Nach vielen Stolperern und einigem Straucheln fand ich mich eingangs der Zielgeraden noch an letzter Position wieder. Aufgrund des nicht all zu hohen Tempos konnte ich allerdings noch zwei Läuferinnen überholen und als Fünfte meinen Vorlauf in einer Zeit von 2:17,41min beenden. Jetzt hieß es also warten, was der 2.Lauf bringen würde, in dessen Feld sich unter anderem zwei weitere Hessinnen befanden. (Julia Merbach – TSV Kirchhain – 2. der Hessischen Meisterschaften und Kerstin Kauer – SG Egelsbach 1874 – 3. der Hessischen Meisterschaften) Der Lauf wurde von der Spitze her sehr langsam gehalten, sodass abgesehen von der ersten Läuferin keine weitere Athletin eine schnellere Zeit ins Ziel bringen konnte als ich. Leider schieden in diesem Zuge beide hessischen Athletinnen aus.

Es war also bestätigt – ich konnte völlig überraschend und unerwartet in das Finale der besten zehn einziehen und dabei das Land Hessen vertreten.

Eigentlich war daraufhin alles nur noch Zugabe, allerdings hatte ich mir das Ziel gesetzt an der Siegerehrung der besten acht teilnehmen zu können und mir somit eine Urkunde abzuholen. Wiederum musste ich im Verlauf des Rennens feststellen, dass auch ein Finale seine eigenen Gesetze hat, da die Spitze des Feldes erst 200m lang Tempo machte und daraufhin zunächst deutlich verlangsamte, woraufhin sich das ganze Feld zusammenschob und wiederum Durchsetzungsvermögen gefragt war. Nach einem taktischen Fehler meinerseits musste ich als Folge einer Tempoverschärfung der Spitze leider vom Mittelfeld der Plätze vier bis sieben abreißen lassen. Die vor mir laufende Athletin konnte das Tempo nicht mitgehen und da wir uns gerade in der Kurve befanden, reagierte ich zu spät und überholte erst ausgangs der Kurve, womit ich den Anschluss nach vorne verlor. Daraufhin beschäftigte ich mich damit den 8. Platz abzusichern. Die kurz zuvor von mir überholte Läuferin brach das Rennen vorzeitig ab und eine weitere Athletin konnte ich auf Abstand halten, sodass ich in einer Zeit von 2:18,10min tatsächlich als Achte ins Ziel kam. Ich wäre zwar gerne etwas schneller gewesen, bin aber letztendlich mit der Platzierung in meinem ersten nationalen Finale super zufrieden und habe noch dazu einiges in Bezug auf Renntaktiken gelernt.


Alles in allem blicke ich auf ein sehr spannendes und erfolgreiches Wochenende zurück, das ich mir in dieser Form noch vor einigen Monaten mitten im Abi-Stress nicht hätte vorstellen können. Es war für mich schon ein großer Erfolg überhaupt dabei sein zu können. Jetzt eine
Urkunde in den Händen zu halten macht mich schon sehr stolz.

Anna Lisa Hawlitschek

… Und übrigens, Anna Lisa hat nun auch den fast 5 Jahre alten Vereinsrekord von Anna Plinke (2:18,89min) über die 800m der weibl. A-Jugend mit 2:16,52min (gelaufen bei den HLV Meisterschaften in Bad Homburg 2012) inne.

[ nota Red.]